Sonntag, 22. März 2020

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22.03.2020
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Am Sonntagmorgen um 10 Uhr wird Johannes Würmseer vor der Kirche Choräle spielen - Fenster und Ohren auf zum Mithören.
Und danach vielleicht diese Andacht lesen?

Diese Ankündigung wurde am verregneten Samstag veröffentlicht. Jetzt ist der kalte aber sonnige Sonntag gekommen.
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Dem Schaukasten der Kirche ist zu entnehmen, ...
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... dass nichts mehr so ist, wie es sein sollte.
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Es ist Zeit, die Glocken zu läuten.
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Johannes Würmseer steht bereit.
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Abstand ist angesagt.
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Wer nur die Tonspur des Videos hören will:

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Auf der Straße hat sich eine kleine Gemeinde versammelt. Alle halten Abstand zueinander, freuen sich aber miteinander über das Spiel von Johannes Würmseer.




Ein besonderer Sonntag!

Bitte entschuldigt die Windgeräusche und die durch die Kompression verursachten Verzerrungen.
Liebe Menschen in Fränkisch-Crumbach!
Seltsam still ist seit heute auf der Straße. So wie schon die letzte Woche auch in unserem Gemeindehaus und in der Kirche. Letzten Sonntag haben wir noch einen Gottesdienst miteinander gefeiert. Das war schon schmerzlich, wir saßen in Distanz voneinander, in jeder Bank nur ein Mensch. Und dann die Kerzen auslöschen, die Heizung ausstellen, das Licht ausmachen, abschließen und wissen, dass wir uns in den nächsten Wochen hier nicht mehr versammeln werden. Da hatten ich und einige andere Tränen in den Augen.
Gerade jetzt wäre doch das Bedürfnis, sich in der Kirche zu bergen, Gemeinschaft zu erleben, Nähe zu und von Gott zu erfahren.
Und jetzt sind wir in unseren Häusern und machen eine Erfahrung, die wir noch nie in unserem Leben hatten. Die Menschen in früheren Jahrhunderten kannten das, für uns ist es neu. Auf einmal sind wir alle trostbedürftig.
Da wird uns im Predigttext für diesen Sonntag (,Laetare' = Freuet euch) im Buch des Propheten Jesaja ein Wort Gottes an uns geschenkt: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!
Wie glücklich die Kinder, die auf den Schoß ihrer Mutter krabbeln können und sich an die Brust ihrer Mutter lehnen. Wie glücklich die Säuglinge, die schmatzend die süße Milch aus der Mutterbrust saugen.
Was kann uns trösten in diesen Tagen? Vielleicht reicht schon die Erinnerung daran, wie schnell alles wieder gut wurde, wenn unsere Mutter uns herzte und drückte und streichelte. Und uns das Gefühl gab: Es geht vorbei. Jetzt ist es schlimm, aber es geht vorbei. Ich halte dich, ich bin bei dir.
Nichts anderes sagt uns Gott.
Ich halte dich, ich bin bei dir.
Beten Sie doch mit mir:
Lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht.
In diesen Tagen.
Wo alles so anders ist.
So durcheinander.
Wo die Sonne lacht
und wir die Freude vergessen.
Wo die Natur neues Leben hervorbringt
und wir in Ängsten sind.
Tröste uns, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Alten in den Pflegeheimen,
die wir nicht mehr besuchen dürfen wie sonst.
Und den Kranken,
die meist ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind.
Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen
und die Einsamkeit fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren.
Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist.
Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen.
Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht.
Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind.
In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo.
In den griechisch-türkischen Grenzgebieten.

Und lass dir erzählen von den vielen Menschen,
dort und hier,
die helfen und nicht müde werden.
Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.
Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus.
Der uns umhüllt.
Und Segen dazu.
Der uns immun macht
gegen die Panik.

Sage zu unserem ängstlichen Herzen:
"Beruhige dich."
Sprich zu unserer verzagten Seele:
"Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir."

Und noch dazu und allem zum Trotz:
Gib uns die Freude wieder.
An der Sonne.
An der aufbrechenden Natur.
An den Menschen, die wir lieben.
An dir, du Gott des Lebens.
Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.

(Doris Joachim, Referentin für Gottesdienst)

Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Und segne uns, Gott.
Lass Freundlichkeit über und aus uns leuchten.
Bewahre uns im Frieden unserer Herzen.
Amen.

Wer im Internet an Gottesdiensten und Andachten teilhaben möchte, findet unter dieser Adresse Angebote:
www.ekhn.de/service/massnahmen-gegen-corona/mediale-veranstaltungs-und-gottesdiensttermine.html

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