Sonntag, 29. März 2020

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29.03.2020
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Aushang an der Kirchentüre.
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Heute startet Pfarrer Worch das Läuten der Glocken.
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Johannes Würmseer trifft letzte Vorbereitungen.
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Hier können Sie die Tonspur starten:

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Gemeinsam miteinander, aber auf Abstand zueinander.
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Herzliche Einladung zur heutigen Lesung.

Hier wird der Text vorgelesen:





Video-Trompetensolo
Liebe Menschen in Fränkisch-Crumbach!
In einer Krisenzeit zeigt sich der Charakter der Mitmenschen besonders deutlich. Da gibt es die, welche sagen: Was kann ich tun? Wo kann ich helfen? Und es gibt die, welche aggressiv und uneinsichtig an sich zuerst denken. Man muss nur einmal Verkäuferinnen hören, was die zu erzählen haben. Manchmal ist man gerührt, manchmal ist es nur noch gruselig.
Wir wissen nicht, wie lange wir noch in dieser Situation verharren müssen. Immer wieder malen Menschen sich aus, was noch alles kommen kann. Was werden wir noch erleben und ertragen müssen?
Ein Zukunftsforscher (Matthias Horx) lädt ein, die Situation aus einer anderen Richtung zu betrachten.
"Stellen wir uns eine Situation im Herbst vor, sagen wir im September 2020. Wir sitzen in einem Straßencafé in einer Großstadt. Es ist warm, und auf der Straße bewegen sich wieder Menschen. Bewegen sie sich anders? Ist alles so wie früher? Schmeckt der Wein, der Cocktail, der Kaffee wieder wie früher? Wie damals vor Corona? Oder sogar besser? Worüber würden wir uns rückblickend wundern?"
Einiges von dem, was er beschreibt, haben wir hoffentlich schon selbst erlebt:
"Wir werden uns wundern, dass die sozialen Verzichte, die wir leisten mussten, selten zu Vereinsamung führten. Im Gegenteil. Nach einer ersten Schockstarre fühlten viele von uns sich sogar erleichtert, dass das viele Rennen, Reden, Kommunizieren auf Multikanälen plötzlich zu einem Halt kam. Verzichte müssen nicht unbedingt Verlust bedeuten, sondern können sogar neue Möglichkeitsräume eröffnen. Paradoxerweise erzeugte die körperliche Distanz, die der Virus erzwang, gleichzeitig neue Nähe. Wir haben Menschen kennengelernt, die wir sonst nie kennengelernt hätten. Wir haben alte Freunde wieder häufiger kontaktiert, Bindungen verstärkt, die lose und locker geworden waren. Familien, Nachbarn, Freunde, sind näher gerückt und haben bisweilen sogar verborgene Konflikte gelöst. Die gesellschaftliche Höflichkeit, die wir vorher zunehmend vermissten, stieg an."
Einiges davon trifft für mich zu, auf die gesellschaftliche Höflichkeit warte ich noch.
Der Prophet Jesaja hat für uns ein Wort Gottes für diese andere Zukunft:
So spricht der Herr: Gedenkt nicht an das Frühere und achtet nicht auf das Vorige! Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr's denn nicht? (Jes 43,18-19)
Ich möchte mir vorstellen, welche positiven Entwicklungen aus der Krise wachsen können. Mir Bilder ausmalen, wie es sein wird. Es ist ja nicht nur der Himmel blauer, die Luft sauberer und wir hören wieder das Zwitschern der Vögel. Sondern Menschen fangen an, füreinander da zu sein, Zeit für Gespräche zu haben, Netzwerke zu bauen.
Bitte, träumen Sie mit mir:

Das wird schön sein, wenn wir uns wieder treffen können!
Das wird schön sein, wenn wir uns wieder direkt in die Augen schauen können.
Das wird schön sein, wenn wir uns wieder die Hände geben und einander umarmen können.
Das wird schön sein, wenn wir wieder gemeinsam Gebete sprechen und Lieder singen:
Zu Gott rufen, was Kummer ist und was Dankbarkeit,
und den Mund voll nehmen mit zusammenklingender Freude.
Das wird schön sein, wenn wir uns wieder auf einen Kaffee zusammensetzen,
miteinander reden, lachen und wo es Not tut auch weinen können.
Das wird schön sein, wenn wir die wärmende Sonne wieder in vollen Zügen genießen
und die Kinder fröhlich auf dem Spielplatz spielen können.
Ja, es wird auch schön sein,
wieder zur Schule oder zur Arbeit gehen zu dürfen - wer hätte das gedacht?
All das und vieles mehr, was uns bislang vertraut und selbstverständlich war,
werden wir ganz neu genießen, wie ein kleines Kind.
Das wird schön sein!
Und bis wir uns wiedersehen halten wir aus und durch.
Bis dahin leben wir in Quarantäne zwischen Hoffen und Bangen.
Bis dahin telefonieren wir und mailen wir, halten Abstand.
Unser Schreibtisch heißt jetzt home-office und die Besprechungen halten wir per Video
und wir beten für die Kranken und die Trauernden,
und zugleich gegen die eigenen Ängste und Sorgen um die Zukunft
und gegen die Verzweiflung.
Bis wir uns wiedersehen,
lernen wir einander neu kennen
und unsere Familien
und uns selbst.
Bis dahin fangen wir vielleicht sogar an, das Leben neu zu sehen:
Was ist wirklich wichtig?
Und bis wir uns wiedersehen, fangen wir an zu träumen
wie es sein könnte, nachdem es nun nicht mehr so ist wie es war.
Was wir verändern, neugestalten
und wie wir neu beginnen werden.
Das wird schön sein, neu zu leben
als Träumende im Hier und Jetzt,
behütet, bewahrt und getröstet!
(nach einer Idee von Simon Froben)

Beten Sie doch mit mir:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Und segne uns, Gott.
Lass Freundlichkeit über und aus uns leuchten.
Bewahre uns im Frieden. Amen.

Wer im Internet an Gottesdiensten und Andachten teilhaben möchte, findet unter dieser Adresse Angebote:
www.ekhn.de/service/massnahmen-gegen-corona/mediale-veranstaltungs-und-gottesdiensttermine.html




Video-Lesung.

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