Sonntag, 24.05.2020

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24.05.2020
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Herzlich Willkommen zur vorerst letzten Video-Andacht in Coronazeiten.
Am nächsten Sonntag - Pfingsten - gibt es unter strengen Auflagen einen ersten regulären Gottesdienst.
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Heute aber noch einmal eine Andacht in nun schon gewohnter Form.
Johannes Würmseer ist aus Bayern angereist und spielt drei Trompetensoli:

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Hier ist die heutige Video-Andacht.

Guten Morgen aus unserer evangelischen Kirche hier in Fränkisch-Crumbach! Heute vorerst die letzte Videobotschaft am Sonntag. Am kommenden Sonntag gibt es wieder Gottesdienst Live - allerdings unter einigen Auflagen. Vor allem haben wir ein begrenztes Platzangebot. Wir haben 26 Plätze. Menschen, die in einem Haushalt leben, dürfen nebeneinandersitzen. So könnten im günstigsten Fall 50 Menschen am Gottesdienst teilnehmen. Würden mehr kommen, müssten wir wieder nach Hause schicken. Wir müssen abwarten und sehen, wie sich das entwickelt.
Heute feiern wir den Sonntag ,Exaudi' - nach Psalm 27: Exaudi, Domine, vocem meam, qua clamavi ad te; miserere mei, et exaudi me! Also in Deutsch: Höre, Herr, meine Stimme, welche zu dir ruft; erbarme dich meiner und erhöre mich!
Im Namen Gottes sind wir zusammen - wann wir dies auch hören oder sehen, wo wir auch gerade sind - Gott ist mit uns. Amen.
Traditionell wird in Fränkisch-Crumbach an diesem Sonntag Konfirmation gefeiert. Nicht so in diesem Jahr. Ich weiß nicht, ob es das schon einmal in der Geschichte dieser Kirche gegeben hat - Konfirmation verschoben! Vor allem für unsere Konfirmanden tut es mir leid. Aber: verschoben heißt nicht aufgehoben, hat meine Mutter immer gesagt. Wir werden die Konfirmation nachholen. Nach heutigem Stand am 20. September - wenn es bis dahin möglich ist. Aber wir hoffen ja immer weiter.
Einstweilen will ich versuchen, unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden ein paar Worte mit auf den Weg zu geben. Ein wenig geistliche Nahrung einpacken sozusagen. Ein Abschnitt aus der Bibel eignet sich dazu immer. Heute aus dem Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Ephesus:
14 Noch einmal:
Das ist der Grund, weshalb ich vor dem Vater meine Knie beuge.
15 Jedes Volk im Himmel und auf der Erde erhält seinen Namen von ihm.
16 Er soll euch so ausstatten, wie es dem reichen Schatz seiner Herrlichkeit entspricht:
Durch seinen Geist soll er euch in eurer innersten Überzeugung fest machen.
17 Denn Christus soll durch den Glauben in euren Herzen wohnen.
Und ihr sollt in der Liebe verwurzelt bleiben und unerschütterlich an ihr festhalten.
18 Sie in ihrer Breite, Länge, Höhe und Tiefe zu erfassen - dazu sollt ihr befähigt werden
zusammen mit allen Heiligen.
19 Und ebenso dazu, die Liebe von Christus zu erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt.
So werdet ihr Anteil bekommen an der Gegenwart Gottes, die alles erfüllt.
20 Dank sei Gott, der die Macht hat, unendlich viel mehr zu tun - weit mehr als alles,
das wir von ihm erbitten oder uns ausdenken können. So groß ist seine Macht,
die in uns wirkt.
21 Er regiert in Herrlichkeit in seiner Gemeinde - das heißt:
in der Gemeinschaft derer, die zu Christus Jesus gehören.
Das gilt für alle Generationen auf immer und ewig.
Amen.
Übersetzung aus ,BasisBibel - Das Neue Testament' www.basisbibel.de/nt_855

Ich wende mich heute ganz speziell an unsere Konfirmanden und schließe dabei auch ausdrücklich die Konfirmierten ein, auch die nur zufällig hier sind, spreche ich an, wenn ich sage: Liebe Konfirmanden!

Also, liebe Konfirmanden, heute geht es mir um Euch. Liebe Wir haben uns jetzt lange nicht gesehen. Ich habe nur wenig mitbekommen von Eurem Leben in den Wochen ohne Schule und einem sehr eingeschränkten Leben. Für uns alle eine vollkommen neue Erfahrung. Dass die wöchentliche Konfi-Stunde ausgefallen ist, war wahrscheinlich zu verkraften. Aber wie die viele Zeit sinnvoll ausfüllen? Und was mögt Ihr alles verpasst haben? Ist es wirklich so, dass Euch etwas von Eurer Lebenszeit gestohlen wurde, wie es einer sagte? Aber nun kommt ganz langsam wieder der Normalzustand. Und damit die, wie ich finde, spannende Frage, was ändert sich dauerhaft? Wie mache ich weiter mit meinem Leben? Was wird aus meiner Zukunft?

Wenn man mit dem 14. Lebensjahr die Religionsmündigkeit erreicht, dann werden daraus Fragen, auf die Ihr in eigener Verantwortung Antworten finden müsst. Hier bekommt Ihr zwar keine Antwort, aber einen Hinweis, wie aus Eurem Leben etwas werden kann: 17 Denn Christus soll durch den Glauben in euren Herzen wohnen. Und ihr sollt in der Liebe verwurzelt bleiben und unerschütterlich an ihr festhalten.
18 Sie in ihrer Breite, Länge, Höhe und Tiefe zu erfassen - dazu sollt ihr befähigt werden zusammen mit allen Heiligen. 19 Und ebenso dazu, die Liebe von Christus zu erkennen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr Anteil bekommen an der Gegenwart Gottes, die alles erfüllt.

Ein wunderschönes, ein großes Wort: In der Liebe verwurzelt bleiben. Daraus kann dann Leben wachsen. Euer Leben. Und Leben in allem, das mit Euch zu tun hat. Das hört sich ziemlich groß und gewaltig an - und ist es auch. Es ist eine Lebensaufgabe sozusagen. Und es gelingt mal besser und mal weniger. Und auch dann ist es okay, denn schon der Versuch aus der Liebe zu leben, ist besser als es ganz zu lassen.

Was sonst kann man Euch raten? Wir wissen ja nicht, was kommt. Die Zukunft ist offen. Schon in wenigen Jahren wird es an Euch liegen, wie es weiter geht. Ich wäre froh und zufrieden, wenn Ihr in der kurzen Zeit, die wir miteinander hatten, nur einige wenige Punkte verstanden hättet. Zum Beispiel, dass das, was wir von dieser Welt sehen, erkennen, erfassen, nur ein kleiner Ausschnitt ist aus einer viel größeren Wirklichkeit und dass da noch viel Platz ist für Gott. Oder: Sich selbst genauso lieben wie seine Mitmenschen ist ein sicherer Weg, durchs Leben zu kommen. Oder: Am Ende wartet Leben auf uns. Oder: Wir sind verantwortlich für unser Leben und wir werden einmal Rechenschaft ablegen müssen. Oder: Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Ja, also wie wird es weitergehen, wenn die Pandemie vorbei ist, wenn wir wieder zu einem Alltag zurückfinden? Was wird für uns normal sein? Alles wie vorher wird es bestimmt nicht, alles ganz anders auch nicht. Wir werden für uns einen Weg finden. Einen ganz eigenen, individuellen. Dabei aber immer in der Liebe verwurzelt bleiben. Dann wird es gut sein, ganz gleich wo es Dich hinführt.

Also, dann wende ich mal direkt an ihn:
Lieber Gott, hör mir zu, ich melde mich jetzt bei dir:
Lass wahr werden, was ich dir zutraue!
Du hast es doch gewollt, dass ich mich bei dir melden soll.
Also: Hier bin ich.
Dann zeig dich doch auch! Mach dich bemerkbar!
Sag ja nicht, du hättest es nicht so gemeint.
Denn ich bin auf dich angewiesen, also zeig dich!
Ändere bloß nicht deine Pläne mit mir!
Das Leben - tja, das ändert immer wieder mal seine Pläne mit mir, leider -
Aber du doch nicht, du bleibst bei mir, auch wenn sonst niemand bleibt.
Lieber Gott, zeig mir den Weg durchs Leben, zeig mir einen guten Weg,
damit alle Unrecht behalten, die sagen:
"Du musst dein Schicksal schon selbst in die Hand nehmen!
Am Ende kommt's doch bloß auf dich an.
Auf wen willst du dich schon verlassen?
Letztlich doch nur auf dich selbst."
Und so weiter.
Aber da will ich nicht so schnell klein beigeben mit meinem Glauben an dich.
Du wirst dich schon zeigen.
Und mein Leben wird genährt aus deinen Quellen.
Euch allen sag ich es:
Mensch Menschen, haltet bloß euren Glauben fest!
Egal, was kommt. Egal, was passiert. Haltet ihn fest!

Und Gott segne euch!
Gott tröste euch mit der Kraft der göttlichen Liebe.
Gott lasse euch lebendig werden.
Gott schenke euch, dass ihr aus Träumen Wirklichkeiten schafft.
Gott segne euch!
Gott: Vater und Mutter, Heilige Geistkraft, menschgewordenes Wort Gottes.
So sei es, so ist es. Amen.


Die Audioversion der Andacht:



Druckversion der Andacht.



Kleines Nachspiel.



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